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Die individuelle Meinung öffentlich Beschäftigter zu Public Policies. Eine empirische Untersuchung am Beispiel einer Anti-Diskriminierungsmaßnahme

Zusammenfassung

In Zeiten erstarkender rechter politischer Parteien kommt der Neutralität der öffentlichen Verwaltung eine besondere Bedeutung zu. Haben öffentlich Beschäftigte eine ablehnende Haltung gegenüber Policy-Zielen oder einzelnen Maßnahmen, kann das den Policy-Implementationsprozess verlangsamen oder verhindern. Insbesondere im öffentlichen Dienst sollte jedoch das Neutralitätsgebot auch gegenüber politisch umstrittenen Policy-Maßnahmen, wie Anti-Diskriminierungs- und gleichstellungsmaßnahmen (ADG), gelten. In dieser Arbeit wird erstmals der Zusammenhang zwischen der Einstellung zu einer ADG-Maßnahme, der individuellen politischen Einstellung und einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst empirisch analytisch untersucht. Dazu werden die Ergebnisse einer Umfrage unter insgesamt 1.239 öffentlich und privat Beschäftigten analysiert. Die Ergebnisse der multiplen Regressionsanalyse zeigen, dass Personen die anonymisierte Bewerbung umso stärker ablehnen, je stärker sie sich mit der politischen Rechten identifizieren. Eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst hat entgegen der theoretischen Erwartung keinen neutralisierenden Einfluss.

Schlagworte: Anti-Diskriminierungsmaßnahmen, Anonymisierte Bewerbung, Umfrage, öffentlicher Dienst

English:

Public Servants’ Individual Opinion Towards Public Policies. An empirical Investigation using the Example of an Anti-Discrimination Instrument

Abstract

In times of strengthened right-wing political parties, the neutrality of public administration becomes increasingly important. Public employees holding a negative attitude toward policy goals or measures can slow down or prevent the policy implementation process. However, especially in the public sector, the demand for neutrality should also apply to politically controversial policy measures, such as anti-discrimination and equality measures (ADG). In this study, the connection between the attitudes towards an ADG measure, individual political attitudes, and a civil service occupation is examined empirically and analytically for the first time. For this purpose, the results of a survey of a total of 1,239 public and private employees are analyzed. The results of the multiple regression analysis show that the more people identify with the political right, the more they reject anonymous applications. Contrary to theoretical expectations, employment in the public sector does not have a neutralizing effect.

Keywords: anti-discrimination measures, anonymized application, survey, public service